Bau von Pumpspeicherkraftwerken
 

Warum wir, beim ernsthaften Vollzug der „Energiewende“ in Deutschland, für den Bau von Pumpspeicherkraftwerken an geeigneten Standorten sind.


 

Unsere elektrischen „Energienetze“ sind im physikalischen Sinne eigentlich keine Energienetze sondern Leistungsnetze! Die Elektroversorgungsunternehmen wie die EnBW garantieren ihren Kunden, besonders im produzierenden Gewerbe, dem Standbein unseres Wohlstandes, nicht etwa, irgendwann eine bestimmte Menge an Energie zu liefern, sondern sie garantieren vertraglich, diese Energiemenge innerhalb einer bestimmten Zeit = als „Leistung“ zur Verfügung zu stellen. Das bedeutet, dass, unabhängig, ob die Sonne scheint oder der Wind weht, eine bestimmte Kilowatt-

Stundenmenge in jeder Stunde des 24-Stundentages zur Verfügung stehen müssen!

Kohle – und Kernkraftwerke sind hierzu gut geeignet, da sie bei Bedarf ständig konstant laufen können. Laufwasserkraftwerke haben hierfür leider bereits saisonal Probleme.

Schaltet man nun alle Kernkraftwerke in Deutschland ab und verzichtet auch auf den Einkauf jeglichen Atomstromes aus dem europäischen Verbundnetz, so kommen die Energieversorgungskonzerne als Vertragspartner von Staatsführung und Verbrauchern in Bedrängnis. In Spitzenlastzeiten können Wasser- und Kohlekraftwerke sowie alternative Erzeuger den elektrischen Leistungsbedarf in Deutschland nicht komplett decken. Diese Zeiten sind oftmals nur wenige Stunden oder Minuten am Tag – aber sie sind für Industrie und Handwerk (über)lebensnotwendig!

Will man wirklich die Energiewende mit allen Konsequenzen, so müssen Pufferspeicher (Speicher voller Energie) geschaffen werden, die in solchen Spitzenlastzeiten, durch Rückumwandlung ihres Energieinhalts in elektrische Energie, die vertraglich garantierte elektrische Leistungsabgabe an die Verbraucher sichern.

Hierfür steht, nach einhelligen Aussagen der naturwissenschaftlichen Forschung, in den nächsten 25 Jahren keine weitere Großtechnologie zur Verfügung, die unter einem objektiv verantwortbaren Aufwand („Wirkungsgrad“) mit den Pumpspeicherkraftwerken konkurrieren kann! Wasserstofferzeugung, Druckluft- und Rotationsmassenspeicher scheinen aus heutiger Sicht Sackgassen in der Entwicklung zu sein. Die Brennstoffzellen fallen wohl ebenfalls aus, wenn die internationale Automobilentwicklung mit einem Billionenaufwand an Forschungsgeldern mittlerweile ausschließlich die Akku-Technologie für ihre Hybrid- und Elektromobile weiter entwickelt!

Faktum ist: Schalten wir alle Kernkraftwerke in Europa ab, müssen wir bei heutigem Energieverbrauchsverhalten, dort wo es geographisch und geologisch möglich ist,

Pumpspeicherbecken mit Kraftwerken bauen - und in anderen Regionen, welche keine geeignete Topographie (großer Höhenunterschied auf engem Raum) aufweisen,

leider weitere, umweltschädliche Wärmekraftwerke (Kohle, Öl) errichten.

Die Bürger der Region Heilbronn sind bereit, den Bau eines weiteren Wärmekraftwerkes mit all seinen Emissionen zu dulden, - dann sollten doch den Bewohnern der Zollernalb völlig emissionsfreie Pumpspeicherkraftwerke nahezu willkommen sein!

Subjektive Erdbebenangst, entgegen aller Gutachten der Geologen, scheint mir vielerorts als willkommener Vorwand für das „St.-Florians-Prinzip“ zu dienen. Verbrauch von wertvoller Naturfläche ist in den meisten Ortsteilen bisher kein Problem, so lange bei der Ausweisung neuer Baugebiete den Grundeigentümern satte Bauplatzpreis-Einnahmen winken! Die Naturdämme der Unterbecken sind bewaldet, sie fallen also im Landschaftsbild kaum auf und könnten auch manchen Kubikmeter Hochwasser zum Nulltarif zurück halten! Die Belastung durch eine Baustraße könnte vielleicht Schlatt bei geschicktem Verhandeln zur Schaffung einer Ortsumgehungsstraße behilflich sein und eine solche Baustraße wird den Ortskern von Boll sicher nicht belasten, da sie voraussichtlich hinter der Bundesbahnlinie am Ortsteil Stetten vorbeiführen wird (Blattachweg). Beuren hingegen erfährt überhaupt keinerlei Beeinträchtigung!

Das Geschrei der Besitzer von Fotovoltaikanlagen aus den Ortsteilen wäre sicher meilenweit zu hören, wenn ihnen von staatlicher Seite mitgeteilt würde, man könne leider ihren Strom nicht abnehmen und vergüten, da er momentan nicht benötigt werde und auch keinerlei Speichermöglichkeit für diese elektrische Energie bestehe!

Ein weiterer unumstößlicher, technischer Tatbestand ist, dass wir elektrische Energie in unseren Stromnetzen nur in Form von Wechselspannung mit äußerst gleich bleibender Wechselfrequenz transformieren, nutzen und verlustarm (= mit vertretbarem Aufwand) über weite Entfernungen weiterleiten können. Photovoltaik liefert Gleichspannung, die künstlich umgeformt werden muss und Windkraftwerke laufen nicht, wie klassische Generatoren an Turbinen, mit konstanter Drehfrequenz. Unsere Technischen Netze benötigen daher auch in Zukunft in der Fläche verteilte, klassische Kraftwerke mit Generatoren als 50-Hertz-Führungsgrößen der lokalen Netze, - also Wärmekraftwerke, Laufwasserkraftwerke oder Pumpspeicherkraftwerke!

Lassen wir die Kirche im Dorf! Jeder Bürger will bezahlbare, elektrische Energie 24 Stunden am Tag verlässlich zur Verfügung haben! Was vernachlässigte, marode Netze und was fahrlässige Zukunftsfürsorge der Staatsführung um die verlässliche Lieferung elektrischer Leistung durch zeitgemäße Kraftwerke bedeuten, kann man momentan an der amerikanischen Ostküste erleben, wo Ortschaften nach Unwettern wochenlang ohne elektrische Energie auskommen müssen. Keiner von uns möchte diese Zukunftsvision für die Bundesrepublik Deutschland anstreben!

Stellen wir uns, als Bürger eines Staates, in dem wir gerne leben, der Verantwortung für unser aller Wohl und beteiligen wir uns am Tragen von Lasten zum Wohle der Allgemeinheit, besonders wenn sie unsere Umwelt nur so wenig beeinträchtigen wie es Pumpspeicherkraftwerke tun! Die deutsche Energiepolitik muss auch nach dem Ende der Kernenergienutzung für alle Verbraucher (Industrie, Gewerbe, Haushalte) kalkulierbar und verlässlich bleiben und unseren Wirtschaftsstandort nachhaltig sichern!

Stillstand ist Rückschritt - und ein Volk aus 100%-Pauschal-Bedenkenträgern gegen alles Neue verspielt seine Zukunft.


Manfred König, Stadtrat