Projekt Kleinstadtleben
 
Beim Bürgerprojekt „Kleinstadtleben“ soll eine Strategie gesucht werden, keine Einzellösungen!


Wie schon so oft in der Vergangenheit begeht auch jetzt bereits die Moderation der Bürgerworkshops „Kleinstadtleben“ in Hechingen wieder den fatalen Fehler, sich sofort auf Einzellösungsvorschläge zu stürzen, ohne so richtig zu wissen, wo man zukünftig in der Zollerstadt generell hin will.
Anstatt, wie von den Initiatoren dieses Projekts angedacht, praxisorientierte Strategieansätze zu diskutieren und zu entwickeln, z.B. „Was ist unsere Zielvorstellung in 30 Jahren?“, wurden in Hechingen bereits in der ersten Runde der workshops konkrete Einzelmaßnahmen, wie z. B. die Nutzung des Gebäudes beim Rathaus, die Anwerbung von Studenten als Bewohner an der Staig und sogar die konkrete Umgestaltung des Obertorplatzes als mögliche „Magnete“ identifiziert.!
Schon jetzt verkünden die Moderatoren eine Zielvorgabe: „nur 2 bis 3 Projektvorschläge bleiben übrig“ - ohne eine Ziel-Vision „Hechingen 4“ angedacht zu haben.
 
Das Projekt „Kleinstadtleben“ hat laut Projektbeschreibung des Landes Baden-Württemberg zum Ziel, eine „praxisorientierte Strategie“ zu entwickeln, wie in Hechingen die „wohnortnahen Versorgungsfunktion unterstützt, das Wohnen und Leben wieder in den Stadtkern zurückgeholt“, bzw. gehalten werden kann.
Erst nach einer mehrheitsfähigen Zielbeschreibung (Vision) sollen in der Folge im Zuge einer Strategiefestlegung so genannte „Magnete“ identifiziert werden, die geeignet sind, die „Strategiewirkung zu verstärken“ und die Projektziele zu erreichen.
Nur wenn wir in Hechingen endlich konkret einmal festlegen, wo wir in 10, 20 oder gar 30 Jahren mit der Entwicklung der Innenstadt angekommen sein wollen und dann auch konsequent alle zukünftigen Maßnahmen und Investitionen kompromisslos an diesem Ziel ausrichten, haben wir eine realistische Chance, auch durch kleine, für Hechingen finanzierbare Schritte, unserem Ziel näher zu kommen.
Wohin uns in der Vergangenheit die Umsetzung einzelner, isoliert betrachteter und teilweise sogar umfangreicher Investitionen mit dem jeweiligen Blick auf die gerade aktuelle Haushaltslage gebracht haben, ohne dabei ein übergeordnetes Gesamtziel zu verfolgen, können wir bei Betrachtung der heute aktuellen Innenstadt-Situation sehen. Bei ehrlicher Betrachtung waren dies alles Versuche, punktuell unaufhaltsame Entwicklungen aufzuhalten nach dem Motto: „Wie kann dies und jenes gerettet werden?“ Mobilität und Freizeitverhalten haben sich in den letzten 60 Jahren erheblich gewandelt. Dies erfordert Angleichung bzw. Änderung der Infrastruktur eines Gemeinwesens.
 
Die CDU Hechingen will deshalb in der öffentlichen Diskussion eine Vision bzw. einen Strategieansatz wiederbeleben, der zwar nicht gänzlich neu, aber leider, nachdem die „Kleine Landesgartenschau“, so wie unser Krankenhaus, nach Balingen verlegt wurde, sehr schnell in Vergessenheit geraten ist:
Flaniermeile Fürstengarten“ in Hechingen = Grünprojekt von der Villa bis hinab an die Starzel
Hechingen hat, wie wenig andere Städte in Deutschland, das Alleinstellungsmerkmal eines historischen Parks innerhalb der Innenstadt, den Fürstengarten! Warum nutzen wir diesen nicht für eine kontinuierliche Weiterentwicklung in Gestalt einer quer durch Hechingen verlaufenden Grünzone über den verkehrsfreien, bzw. verkehrsberuhigten Obertor- und Markplatz, die Staig und den Kegeltorweg hinunter, entlang des wieder freigelegten Mühlbachs bis an die Starzel. - Alles eine zusammenhängende erholsame Park- und Flaniermeile! - Wer wollte da in 20 Jahren nicht in einer solchen Kleinstadt Hechingen wohnen und leben? (Projektmotiv)
Die dafür erforderlichen Realisierungsschritte und die einzelnen „Magnete“ als Strategieverstärker fallen interessierten Bürgern, nachdem das ZIEL bekannt und akzeptiert ist, sicherlich spontan und in großer Zahl ein. Erst danach werden die Festlegung der Reihenfolge (was), der Maßnahmenträger (wer) und der Finanzierbarkeit (wie, womit) Diskussionsthemen bilden, die mit dem Hechinger Gemeinderat abgesprochen werden müssen!
Lassen Sie uns im Bürgerprojekt „Kleinstadtleben“ zuerst über eine Zielvorstellung und einen Strategieansatz diskutieren und bitte nicht bereits vorher über Einzellösungen! Diese stehen erst auf der Tagesordnung, wenn wir wissen wo wir hinwollen.