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01.02.2019, 23:38 Uhr | Schwabo / Klaus Stopper
CDU watscht Stadtrat Lutz Beck ab
Eine schwere Klatsche haben die Hechinger CDU-Mitglieder ihrem amtierenden Stadtrat Lutz Beck in der Nominierungsversammlung für die Kommunalwahl verpasst. Er erhielt nur 12 von 29 möglichen Stimmen. Seine Konsequenz: Er tritt aus der CDU aus, kandidiert aber trotzdem auf ihrer Liste.
Damit hatte wohl niemand gerechnet: 25 Kandidaten hat die Orts-CDU als Kandidaten für die Kommunalwahl versammelt, darunter Neulinge mit hoher Reputation wie etwa den Hechinger geschäftsführenden Schulleiter Stefan Hipp. Eigentlich schien die Wahl eine pure Formalie. Es ist genug Platz auf der Liste für alle, eigentlich kann da erwartet werden, dass eine Partei ihre eigenen Kandidaten stützt.

Dann aber war alles plötzlich sehr kompliziert. Allein schon die Auszählung der Stimmzettel dauerte fast eine Stunde. 24 der 25 Kandidaten erhielten deutlich über 20 Stimmen, elf sogar die höchstmögliche Stimmenzahl von 29.

Nur Lutz Beck – in der vergangenen Kommunalwahl mit etwa 3300 Stimmen einer der erfolgreichsten CDU-Stadtrats-Kandidaten, erhielt nur zwölf Ja-Stimmen, dafür acht Nein, vier Enthaltungen und fünf ungültige Stimmen.

Zunächst interpretierte der Wahlvorstand um CDU-Vorsitzende Melanie Homberger das Ergebnis so, dass Beck durchgefallen wäre, dann drängte ein kundiges CDU-Mitglied darauf, doch mal genau die Statuten zu lesen. Das wurde dann auch getan und man stellte zerknirscht fest: Beck wäre auch mit nur einer Ja-Stimme gewählt gewesen. Er darf also auf der CDU-Liste antreten.

"Ich weiß schon, dass mich einige in der CDU nicht mögen"

Aber will er überhaupt noch? Lutz Beck war nicht persönlich zur Nominierung gekommen. Unsere Zeitung fragte deshalb noch kurz nach 22 Uhr telefonisch bei ihm nach. Überrascht sei er nicht, so Beck, "ich weiß schon, dass die mich bei der CDU nicht mögen", deshalb sei er ja auch nicht zur Versammlung gegangen, "sonst wäre mir da vielleicht der Kragen geplatzt."

Er vertrete halt immer schon seine eigene Meinung, ecke damit auch an. Leider vor allem in der CDU, denn in der Bevölkerung komme er damit gut an, wie sein gutes Wahlergebnis zeige. Deshalb ziehe er die Konsequenz, werde unverzüglich aus CDU austreten, aber trotzdem auf der Liste für Stadtratswahl antreten. Das zumindest dürfte einige erfahrene CDUler beruhigen, denn befürchtet wurde, dass Beck nun vielleicht zu einer anderen Liste wechseln könnte.

Ein wenig unfair war der ganze Tumult wohl den anderen Gemeinderatskandidaten gegenüber, die eigentlich voller Enthusiasmus diesem Abend und der Wahl im Mai entgegenblickten, wie sie in der Vorstellungsrunde erklärten. Sie standen ziemlich im Schatten des Lutz-Debakels und schauten teilweise schon etwas bedröppelt drein.

Die Liste der 24 anderen Kandidaten für die CDU-Liste

Deshalb hier zunächst mal die Liste derjenigen, die nun neben Lutz Beck in der Kernstadt für die CDU kandieren, wofür ihnen von Melanie Homberger auch von Herzen gedankt wurde. Übrigens sind einige davon nicht Mitglied in der Partei: Regina Heneka (amtierende Stadträtin), Carola Kunz, Daniel Binanzer, Brigitte Litzinger, Matthias Fecker, Melanie Weber, Michael Hegele (amtierender Stadtrat), Christoph Kühner, Michael Löffler, Jürgen Merkel, Marcus Rathmann, Ronny Stengel, Marc Unger und Lorenz Welte (Fraktionssprecher im Stadtrat).

Für die Stadtteile treten auf der CDU-Liste an: Für Bechtoldsweiler Bernd Zimmermann, für Beuren Bernd Ling, für Boll Andé Göckel und Steffen-Konrad Kohler (Stadtrat), für Schlatt Jürgen Schuler (Stadtrat), für Sickingen Andreas Bogenschütz (Stadtrat) für Stetten Stefan Hipp und Dominic Franzmayer und für Weilheim Ingrid Riester und Christine Wolf. Für den Stadtteil Stein konnte die CDU keine Kandidaten finden.