Stadtrat "macht wirklich viel Spaß"

Kein Interesse an Kommunalpolitik? Ganz im Gegenteil, zeigte die Informationsveranstaltung des Hechinger CDU-Ortsverbands für Interessenten an einem Gemeinderatsmandat am Freitag in der Stadthalle. Mehr als 40 Besucher kamen.

Damit hatten die Ortsverbands-Vorsitzende Melanie Hornberger und CDU-Fraktionssprecher Lorenz Welte nicht gerechnet. Es musste nachgestuhlt werden. Unter den Besuchern waren ehemalige CDU-Räte, aber auch junge Leute und durchaus prominente Einwohner, die sich eine Kandidatur vorstellen können.

Am Freitag, 1. Februar, ist die Nominierung. Ganz voll wird die Liste vermutlich auch dann noch nicht sein, meinte Lorenz Welte. Nachnominierungen seien wahrscheinlich.

An diesem Abend aber stand im Zentrum, Interessenten über das aufzuklären, was auf einen Stadtrat zukommt. Lorenz Welte, CDU-Fraktionssprecher im Gemeinderat, verwies auf die Chancen, die die guten Stadtfinanzen bieten. Viel Gestaltungsspielraum also, nicht nur für Obertorplatz sondern für ganz Hechingen. Schaffung von neuem Wohnraum und damit Stärkung des Handels, das nannte er als zentrale Ziele.

Bürgermeister Philipp Hahn ging in seiner Rede auf die Funktion des Gemeinderats ein. Hahn ist zwar CDU-Mitglied, er betonte aber, dass er in seiner Funktion als Bürgermeister überparteilich arbeite und keine Fraktion bevorzuge. Generell sei der Gemeinderat kein Gremium für politische Debatten, sondern hier würden konkrete Fragestellungen für die Stadt entschieden. So entscheide der Gemeinderat, wie viel Geld für bestimmte Projekte ausgegeben werde, an wen ein städtisches Grundstück verkauft werde, was gebaut werde und was nicht. Er als Bürgermeister und die Verwaltung würden diese Entscheidungen dann umsetzen. Die zweite wichtige Funktion des Gemeinderats sei die Kontrolle der Verwaltung. Gegebenenfalls dürften Räte sogar Akten einsehen, wenn sie Verwaltungsaussagen misstrauen.

Allerdings sei das die absolute Ausnahme. Er nehme den Gemeinderat als Gruppe wahr, in der man grundsätzlich gut harmoniere und wo man interessante Leute Spaß am Zusammenwirken hätten. Und der Arbeitsaufwand? Neun Sitzungen pro Jahr, 14 Ausschusssitzungen und noch Fraktionstreffen, damit sei zu rechnen. Zeit müsse man einrechnen, "aber es macht wirklich Spaß". Sein Appell: "Geben Sie sich einen Ruck, wirken Sie mit."

Dass Gemeinderat Spaß macht, bestätigte auch Regina Heneka, seit 2014 im Gremium. Dass sie überhaupt gewählt wurde, habe sie überrascht, "aber ich war auch stolz darauf." Sie habe die Stadt seither besser kennengelernt, wisse viel mehr über Leute und Verhältnisse. Und viel sei in dieser Zeit auf den Weg gebracht worden. Ausbau Kindergartenplätze, Märchenpfad, Ganztagsräume für die Realschule, Naturwissenschaftsräume am Gymnasium, Mensa, Hallenbad, Weiherstadion, schnelles Internet, zählte sie auf und betonte, dass jeder Gemeinderat Schwerpunkte setzen könne. Für sie sei das die Stadtbegrünung und ökologische Themen, da müsse sie sich nicht an Fraktionsvorgaben halten.

Lorenz Welte als Fraktions-Chef relativierte das etwas. Natürlich versuche man als CDU ein geschlossenes Bild zu vermitteln. Regina Heneka widersprach da auch gar nicht, "vor allem die internen Debatten in der Fraktion, wo man um eine gemeinsame Haltung ringt, sind sehr interessant", sagte sie und schloss mit den Worten: "Ich freue mich, wenn Sie mitmachen."

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