CDU Tübingen veranstaltet digitales Podium zum Thema Analphabetismus

Naser: "Alphabetisierung auf die öffentliche Agenda setzen"

Über 6,2 Millionen Menschen in Deutschland gelten als funktionale Analphabeten und können nicht richtig lesen und schreiben. Auch im akademisch geprägten Tübingen leben 5.000 bis 6.000 Analphabeten. Dies nahm der CDU-Kreisverband Tübingen in Kooperaation mit dem CDU-Stadtverband Tübingen zum Anlass ein hochkarätiges Online-Podium zu versammeln. "Es ist eine soziale Aufgabe von höchster Priorität, niedrigschwellige Alphabetisierungsmöglichkeiten zu schaffen. Es darf nicht sein, dass wir angesichts exzellenter Universitäten und einem hohen Akademisierungsgrad diejenigen vergessen, die Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben. Wir wollen mit dieser Veranstaltung Alphabetisierung auf die öffentliche Agenda setzen.", so der CDU-Kreisvorsitzende Christoph Naser.

Christina Obergföll ist frühere Speerwurf-Weltmeisterin und seit kurzem baden-württembergische Landesbotschafterin für Alphabetisierung und Grundbildung. Zu ihrer neuen Aufgabe sagte Obergföll: "Ich weiß, dass es nicht immer einfach ist, große Ziele zu erreichen. Ich will die betroffenen Menschen für ihren Weg ermutigen".

Knut Becker arbeitet in leitender Funktion in der Fachstelle für Grundbildung und Alphabetisierung des Landes Baden-Württemberg. Er berichtete von den Initiativen, die im Rahmen der "Alphabetisierungsdekade" zwischen 2016 und 2026 bundesweit unterstützt werden. In Baden-Württemberg wurde etwa das Netz an Grundbildungszentren ausgebaut, die für das Thema des Analphabetismus sensibilisieren und auf dem Feld tätige Akteure vernetzen.

Susanne Walser, Leiterin der VHS Tübingen, berichtete von dem dringenden Bedarf in der Stadt und dem Kreis Tübingen "aufsuchende Angebote" für Analphabeten zu schaffen und appellierte an die Politik, sich für tragfähige sowie verlässliche finanzielle Strukturen einzusetzen. Zudem könnten auch Arbeitgeber in der Industrie oder der Verwaltung Rahmenbedingungen herstellen, die Alphabetisierungschancen eröffnen.

CDU-Gemeinderätin Alice Dorison griff diese Impulse auf und versprach, sich kommunalpolitisch für die Interessen von Analphabeten einzusetzen. Es gelte, Teilhabe gesellschaftlich und politisch zu ermöglichen. Der CDU-Stadtverband Tübingen forderte in seinem Kommunalwahlprogramm die Schaffung eines Klimas, in dem Menschen den Mut finden, ihre Fähigkeiten in Lesen und Schreiben zu verbessern.“

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